Besetzung

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Wichtigste Funktionen

Mindestbesetzung zweistimmig 

Das Fundament gibt der Bass

Weitere Erweiterungen

Nachschlag

3. Stimme

Falsche Erweiterungen

Wichtigste Funktionen

Mindestbesetzung

Volksmusik verlangt meist zwei parallel geführte Stimmen, zur Hauptstimme kommt ein Überschlag oder Unterschlag im Abstand einer Terz oder Sext (das ist die Oberterz eine Oktave tiefer). Bereicherung kann eine 3. Stimme (Mittelstimme oder Tenor) bringen. In seltenen Ausnahmen gehen die Stimmen nicht parallel, sondern in Gegenbewegung.

Wir brauchen daher zwei Melodieinstrumente. Häufig sind es zwei gleiche (Geigen, Flügelhörner usw.). Verschieden klingende Instrumente (etwa Geige und Klarinette) können abwechselnd die Hauptstimme übernehmen. Ab und zu darf ein Instrument für wenige Takte ganz aussetzen - sogar der Bass - oder gewisse Instrumente treten in der Lautstärke zurück. Vor allem die Harmonika kann auch Solostellen spielen. Die dadurch bewirkte Änderung der Klangfarbe kommt dem Stück zugute.

Ein guter Spieler überprüft alle Noten, ob der vorgegebene Satz auf seinem Instrument bzw. bei seiner Besetzung gut klingt. Es gibt immer mehrere Satzmöglichkeiten. Vielleicht findet er eine, die ihm besser zusagt oder die seinen technischen Fähigkeiten eher entspricht, als die in den Noten vorgegebene.

Wichtig ist dabei vor allem eines: die Melodie. Daher wenige und einfache Gegenstimmen, wenig dreistimmige Stellen; besser ist oft zweistimmig mit Nachschlag, allenfalls auch mit Melodieverdopplung durch verschieden klingende Instrumente. Gleiche Instrumente sollten aber nie dasselbe spielen, weder zwei Primgeiger noch zwei Begleitgitarren, schon gar nicht zwei oder mehr Akkordeons, die alle aus den gleichen Noten spielen. Das wird zwar möglicherweise lauter - es wird aber sicher unschärfer und verliert den Schwung.

Das Fundament dazu gibt der Bass. Es soll der altösterreichische (böhmische) Kapellmeister Wacek gewesen sein, der gesagt hat: "Hör ich keinen Bass, scheiß ich auf ganze Tanzmusik". Dies ist zwar drastisch formuliert, aber vollkommen richtig. Alpenländische Volksmusik ist Tanzmusik, der Bass gehört unbedingt dazu. Seine Hauptaufgabe ist die Markierung der Taktschwerpunkte mit dem Grundton der jeweiligen Harmonie. Oft genügt das auch, etwa bei allen achttaktigen Ländlern. Bei vielen Polkas und Walzern klingt ein Wechselbass interessanter, ein 'Auf und Ab' der Basstöne. Der Wechselbass passt aber nicht zu jeder Melodie, manchmal klingen normale Grundbässe günstiger.

Bei den von mir veröffentlichten Noten und in anderen Werken geben die Buchstaben unter den Notenzeilen nur die Harmonie an, in welcher der Takt sich melodisch entfaltet. Bassfiguren und Begleitung sind variabel, sie sind je nach den vorhandenen Instrumenten frei zu erfinden, sollten allerdings zum jeweiligen Tanztypus passen.

Die Bassfunktion kann die Harmonika übernehmen, die Gitarre oder die etwas lautere Kontragitarre. Schwungvoller sind eigene Bassinstrumente: Blasbass, Kontrabass, auch Posaune oder Bassflügelhorn.

Weitere Erweiterungen

Der Nachschlag ist wichtig, er gibt dem Stück den Rhythmus. Das kann Gitarre, Harfe, Hackbrett, Harmonika oder Akkordeon bewirken, auch Nachschlaggeige oder Nachschlagbratsche. 

In den Melodiestimmen gibt es häufig Pausen, oder es wird ein Akkord ziemlich lang ausgehalten. Der Nachschlag soll auch zu diesen Zeiten jeden einzelnen Taktteil genau festlegen, und zwar verschieden betont, je nach dem rhythmischen Wert. Auf der Gitarre kann man das eigentlich nur durch Zupfen erreichen. Das heute weitverbreitete Schlagen der Klampfe ist nicht so gut geeignet, den speziellen Charakter eines Stückes herauszuarbeiten, verwischt den Rhythmus, passt daher nicht so gut zur alpenländischen Volksmusik.

Der Drei-Viertel-Takt hat drei Schläge pro Takt, Polka und Marsch vier. Natürlich kann man im Nachschlag rhythmische Muster verwenden, die diesen Rahmen überschreiten. Man sollte dabei aber nicht übertreiben. Walzerbegleitung mit durchgehenden Achtelnoten oder Polkabegleitung mit überwiegend Sechzehntelnoten zeigt nur die Fingerfertigkeit des Spielers, dem Stück nützt sie überhaupt nichts.

3. Stimme, Gegenstimme, Füllstimme sind nicht mehr gar so wichtig, sind aber oft reizvoll. Auch Stimmenverdopplung mit anders gebauten Instrumenten (in anderer Klangfarbe) sind möglich.

Falsche Erweiterungen

Falsch ist in überlieferten Volksmusikbesetzungen jede Stimme, die mit gleichen Instrumenten doppelt (oder mehrfach) besetzt ist (außer zu Übungszwecken).

falsch ist: zwei gleiche Melodieinstrumente (2 Geigen, 2 Klarinetten) spielen die gleiche 1. oder 2. Stimme.

falsch ist: zwei oder mehr Harmonikas (Akkordeons) spielen das Gleiche.

falsch ist: zwei Bassinstrumente

zwar beliebt, aber trotzdem falsch: zwei Begleitgitarren. Zugegeben: Gitarren sind manchmal leise. Der Gitarrist sollte aber trotzdem lernen, lauter zu spielen, sich auch in der Lautstärke den Melodieinstrumenten anzupassen. Zwei Gitarren sind nicht wirklich lauter als eine, sie sind nur unpräziser, verwaschener, unrhythmischer.

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