Üben

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die steirische Harmonika

Üben auf der Steirischen Harmonika

Das folgende gilt übrigens auch für viele andere Instrumente, besonders auch für das Akkordeon.

Warum üben?

Wie üben?

Nach Noten oder Griffschrift üben

Schrittweise üben

Fehler beim Üben

Goldene Zehnerregel

Es ist natürlich wissenschaftlich erwiesen: Üben bringt nichts!
Wissenschaftler haben festgestellt, dass Üben keinerlei Einfluss auf die Fertigkeiten auf dem Instrument hat. Viel wichtiger seien Qualität des Instruments und die Kleidung des Spielenden. Und außerdem: wer übt, fällt den Kollegen in den Rücken.

Ich höre trotzdem immer wieder, zum Erlernen eines Instrumentes brauche man nur drei Sachen: 1. üben, 2. üben und 3. üben.
Aber leider ist es nicht ganz so einfach. Ich habe ja nichts gegen das Üben, aber man sollte auch wissen, wie man übt.

Warum üben

Musik ist mehr als die richtigen Knöpfe auf der Harmonika oder auf dem Akkordeon zu finden. Dazu helfen ja Noten oder Griffschrift. Aber Musik ist weit mehr, als diese Knöpfe zur richtigen Zeit in der richtigen Länge zu drücken. Musik, mitreißende Musik begeisternde Musik, gefühlvolle Musik ist weit mehr als eine noch so richtige Abfolge von einzelnen Tönen.

Ein Notenbild, teilweise auch die Griffschrift, zeigt nur Tonhöhe, ungefähre Tonlänge und bestenfalls einige ungenaue Vortragsbezeichnungen an. Schwung, genauen Rhythmus, genaue Lautstärke, Phrasierung und derartiges, passend zum jeweiligen Stück, muss jeder Spieler selbst finden. Und dabei hilft üben.

Wie üben

Ich übe nicht, bis es langweilig wird. Besser kurz üben, dafür öfter. Effektvoll üben heißt konzentriert üben, aber niemand kann sich stundenlang konzentrieren. Ein Erwachsener schafft dies üblicherweise bis höchstens 30 Minuten, ein Kind weniger. Übe ich so lang, bis meine Konzentration nachlässt, schleichen sich oft Fehler ein, ich übe dann diese Fehler, bis ich überhaupt nicht mehr fehlerfrei spielen kann.

Wenn man immer wieder das spielt, was man ohnedies kann, ist das kein Üben, das ist bestenfalls perfektionieren. Üben bedeutet dagegen, man übt kurze, schwierige Stellen ein. Wenn ich dann eine schwierige Stelle, an der ich immer gestolpert bin, endlich einmal „richtig“ spiele, dann höre ich auf. Ich spiele nicht weiter, bis ich müde bin und daher wieder Fehler mache. Ich höre bei wenigen fehlerfreien Durchspielen auf, so merkt sich mein Gehirn die „richtige“ Ausführung und nicht den Fehler.

Jedes Stück übe ich langsam, viel langsamer, als man glaubt, damit ich mit dem Mitdenken mitkomme – siehe Bassrhythmus. Wenn das gut klappt, kann ich etwas schneller werden, wenn das gut klappt, noch etwas schneller, und dann erst probiere ich das Stück so schnell, wie es eigentlich gehören würde. Und dann, dann erst, könnte ich, wenn es mich freut, es noch etwas schneller üben, um meine Fingerfertigkeit zu trainieren.

Und dann spiele ich das gleiche auswendig, ohne Noten (oder Griffschrift), vielleicht sogar mit künstlicher Ablenkung. Auswendig spielen hilft mir, ein Stück zu perfektionieren. Dann erst stören die Noten meine Konzentration nicht mehr, sie stehen nur mehr da, um allfällige Gedächtnisaussetzer zu beheben. Eigentlich brauch ich sie nicht mehr, aber sie können gern bleiben.

Ich übe gern absichtlich, nicht immer beim Anfang, sondern bei irgendwelchen Punkten im Stück zu beginnen, auch, um leichter wieder einsteigen zu können, wenn ich beim Auswendigspiel einmal den Faden verliere.

Nach Noten oder  Griffschrift üben

Spiele ich nach Noten (oder Griffschrift), muss ich diese kurz vorher bereits gelesen haben, bevor ich sie sie spiele, muss mit den Augen und wenn möglich schon auch mit dem Gedächtnis die folgenden Töne, mindestens den folgenden Takt vorbereiten, damit ich rechtzeitig bereits weiß, wie die Melodie weitergeht, wie sich die Finger bewegen sollen. Das ist besonders wichtig beim Übergang zu einer anderen Melodie.

Man sollte auch mit den Fingern jeden einzelnen Ton vorbereiten, die Finger schon etwas früher in Stellung bringen, damit man diese nur mehr im richtigen Augenblick niederdrücken braucht.

Aber auch Perfektionieren ist wichtig. Ein Stück kann man erst wirklich nach etwa zehn bis 20 fehlerfreien Wiederholungen. Und auch das bitte nicht an einem Tag, es dauert halt. Ungeduld ist der schlechteste Übungsleiter.

Schrittweise üben

Ein ganzes Stück mit mehreren Melodien immer wieder durchspielen ist kein sinnvolles Üben. Ich übe immer in kleinen Schritten:

Nur eine Melodie, bis sie sitzt

Besser sogar nur einen Teil der Melodie, eine kurze Phrase, eine zusammenhängende Verszeile, einen kleinen logischen Melodieteil

Die schwierigen Stellen übe ich separat, bis auch die, gerade die gut sitzen

Dann übe ich genau so die nächste Melodie

Dann die Verbindung dieser beiden Melodien, 2 Takte vom Ende der ersten Melodie mit 2 Takten der nächsten Melodie

Dann übe ich genauso die dritte Melodie

Dann alle im Stück vorkommenden Verbindungen dieser drei Melodien, denn jede Verbindung unterschiedlicher Melodien ist anders, bringt eine neue Schwierigkeit

Fehler beim Üben

Fehler während des Übens sind keine Pannen, sie sind wichtige Informationen, was noch zu üben ist.

Bemerke ich einen Fehler, spiele ich einfach weiter, als ob alles in Ordnung wäre. Erst bei der Wiederholung versuche ich, diesen Fehler zu vermeiden. Gelingt dies auch bei der Wiederholung nicht, so sollte ich analysieren, warum ich diesen Fehler mache:

Reicht meine Fingerfertigkeit nicht, diesen Lauf zu spielen? Dann könnte ich einige wenige Töne vorher und nachher so langsam spielen, dass mein Gehirn mit dem Mitdenken mitkommt. Das ist immer langsamer, als man glaubt.

Erwische ich die richtige Taste nur mühsam? Könnte diesem Problem vielleicht ein anderer Fingersatz abhelfen?

Muss ich mitten in einer Phrase mit den Fingern hüpfen und daher eine unnötige Pause einlegen? Vielleicht hilft ebenfalls ein anderer Fingersatz?

Bringe ich eine schwierige Grifffolge einfach nicht zusammen? Vielleicht hilft die goldene Zehnerregel.

Auf jeden Fall sollte ich trachten, den Fehler nicht zu oft wiederholen, da sich mein Gehirn sonst den Fehler einprägt.

Wenn ich diese Stelle (allenfalls langsam) endlich richtig spiele, dann sollte ich damit aufhören. Mein Gehirn merkt sich immer die letzte Wiederholung – und die sollte daher fehlerfrei sein.

Goldene Zehnerregel

Falls ich einzelne Fehler ändern möchte, übe ich nie das ganze Stück, sondern nur etwa einen Takt vor dem Fehler, den schwierigen Takt und einen Takt nach dem Fehler. Und diese drei Takte spiele ich langsam immer wieder durch, zusammenhängend, ohne Pause, etwa zehn Mal, aber richtig. Mache ich dabei den Fehler wieder, fange ich von vorne an. Damit ist die schwierige Stelle im Zusammenhang geübt.

Gottfried Kletzmair hat für das Üben von kleinen Grifffolgen oder Läufen ein System entwickelt, das er goldene Zehnerregel nennt. Für das Üben schwieriger Stellen in kleinsten Schritten empfehle ich, dieses Video nicht nur anzusehen, sondern genau durchzuarbeiten.

Interessiert? Auf YouTube können Sie nicht nur dieses, sondern alle seine Videos ansehen und vor allem anhören. Übrigens, auch guten Fingersatz könnten Sie auf diesem Video abschauen.

Für ausschließlich Rhythmische Übungen habe ich nach diesem System eine eigene Seite Rhythmus-Übungen 1 gestaltet, ebenfalls von Gottfried Kletzmair inspiriert.

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