Improvisation

Improvisieren in der Volksmusik

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Was ist Improvisation?

auf etwas Ungeplantes, Unvorhergesehenes reagieren
ad hoc ein Zwischenspiel zu einem Sänger improvisieren
einem einfachen Stück als Mitspieler durch eine Gegenmelodie mehr Schwung geben
ungeplant zu variieren
Fehler überspielen

Immer wieder ersucht mich einer meiner Schüler, ihm mit der Harmonika zu sekundieren – und freut sich, ein Stück zu spielen, das ich angeblich nicht kenne. Kenne ich sein Stück einmal wirklich nicht, ist auch das eine gute Übung für meine Improvisationsgabe.

Ein Beispiel

Wir spielten am ersten Adventsamstag, zur Adventkranzweihe, in der Kirche. Es war dunkel, stimmungsvoll, nur wenige Kerzen leuchteten gerade so viel, dass der Hackbrettspieler seine Saiten kaum sah. Nach Noten musizieren wäre bei dieser Beleuchtung nicht möglich, unsere Musikstücke waren deshalb vorher genau geplant, nach Einzug, Kyrie usw. Mitten in der Messe ging der Priester vor und zündete bei jedem der vielen aufgelegten Adventkränze je eine Kerze an, für uns war das ungeplant. Die Bassgeigerin zischte mir leise zu: „Spiel irgend etwas!“

Ich entlockte also meiner Harmonika einige Akkorde, langsamer Dreivierteltakt wegen der Stimmung, einige Töne auf Druck, auf Zug, wieder auf Druck, ging in die IV, dann einige Achtelnoten wegen der Abwechslung, ein Stück entwickelte sich, vollständig ungeplant, über drei Melodien, wieder zum Anfang – der Priester ging zum Altar zurück, die Messe ging weiter.

Nachdem wir den Auszug gespielt hatten, umringten mich meine Mitmusikanten, freuten sich über dieses wunderschöne Stück, das sie noch nie gehört hätten. Sie würden es gerne erlernen, wie heißt es? Ich denke nach. Das war ja nach den ersten Akkorden das Stück, bei dem ich vor langer Zeit manchmal mit meinem Hackbrett meinen Sohn begleitete – der Landler vom Kaufmann Schorsch.

Fehler ausbessern

Unser Mitspieler Stefan meinte einmal: „Ich kann jederzeit jeden beliebigen Ton spielen, ich muss nur wissen, wie ich ihn auflöse.“

Nun, das weiß ich ja nicht immer, wenn mir in der Hitze des Gefechts so ein „beliebiger Ton“ als Fehler passiert, oder meine Finger gar eine andere Zweit-Melodie hervorbringen. Irgendwie gelingt es mir aber immer, dies zu kaschieren und weiter zu spielen, so, dass es kaum jemand merkt. Merkt es doch jemand, bewundert er mich vielleicht gar wegen meiner Geistesgegenwart.

Wichtigstes Hilfsmittel dazu ist ein selbstbewusster Gesichtsausdruck, selbstbewusste Körperhaltung, auswendiges Spiel ohne Noten – und ein fehlerloser Rhythmus. Falsche Töne fallen möglicherweise gar nicht auf, ein gestörter und daher falscher Rhythmus fällt immer auf.

Und wie lernt man das?

Das geht eigentlich nur, wenn man auswendig spielt. Wenn Sie in den Noten die Zeile verlieren und nicht mehr wissen, wie es weiter geht, werden Sie die richtige Zeile in der Hitze des Gefechts sicher nicht so schnell finden.

Ich selbst habe dies auf zwei Arten gelernt:

Ich spielte immer auch für Volkstänzer, und da ist zumindest bei einer Übungsstunde nur der Rhythmus wichtig. Mit der Melodie kann ich da improvisieren, ohne dass es auffällt.
Ich spielte lange Zeit mit meinem Hackbrett zu einem Harmonikaspieler. Der brachte immer wieder neue Stückln, und ich sollte sofort ohne jede Übung mitspielen. Und natürlich auch ohne Noten, er kannte ja gar keine Noten, Griffschrift schon gar nicht, spielte alles nach Gehör.

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